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Dach & Fassade

Fassadendämmung: Kosten pro m² 2026

Redaktion Handwerkkompass · Aktualisiert: Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

Über ungedämmte Außenwände geht ein großer Teil der Heizwärme verloren. Eine Fassadendämmung senkt den Verbrauch dauerhaft – ist aber eine größere Investition. Hier finden Sie Richtwerte pro Quadratmeter, die Förderung und Hinweise, wann sich die Dämmung besonders lohnt.

Fassadendämmung Kosten 2026 auf einen Blick

VerfahrenRichtwert*
Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit Putz150 – 220 € / m²
Vorgehängte hinterlüftete Fassade180 – 300 € / m²
Kern- oder Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk25 – 60 € / m²
Gerüst8 – 15 € / m²

* Richtwerte, Stand Oktober 2026, je Quadratmeter Fassadenfläche. Fensterbänke, Laibungen, Sockel und Dachüberstand können zusätzliche Kosten verursachen.

Beispielrechnung: Einfamilienhaus

Ein freistehendes Einfamilienhaus hat häufig 130 bis 180 m² Fassadenfläche. Bei 150 m² und einem Wärmedämmverbundsystem zu 150 bis 220 € pro m² ergeben sich rund 22.500 bis 33.000 €. Ein Teil davon sind Kosten, die bei einer ohnehin fälligen Fassadenerneuerung auch ohne Dämmung anfallen würden: Gerüst, Putz und Anstrich.

Die Verfahren im Vergleich

  • Wärmedämmverbundsystem: Dämmplatten werden auf die Wand geklebt oder gedübelt und verputzt. Das häufigste Verfahren.
  • Vorgehängte hinterlüftete Fassade: Dämmung, Luftschicht und eine Verkleidung aus Holz, Faserzement oder Metall. Teurer, aber sehr langlebig und unempfindlich gegen Feuchtigkeit.
  • Kern- oder Einblasdämmung: Bei zweischaligem Mauerwerk wird der Hohlraum mit Dämmstoff gefüllt. Sehr günstig und ohne Gerüst möglich – aber nur, wenn ein geeigneter Hohlraum vorhanden ist.
  • Innendämmung: Für denkmalgeschützte oder erhaltenswerte Fassaden. Bauphysikalisch anspruchsvoll und nur mit fachkundiger Planung zu empfehlen.

Wann lohnt sich die Dämmung besonders?

Am wirtschaftlichsten ist die Dämmung, wenn an der Fassade ohnehin gearbeitet wird: Der Putz bröckelt, ein neuer Anstrich steht an oder das Gerüst steht wegen Dach- oder Fensterarbeiten. Nach Angaben der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online lassen sich mit einer Fassadendämmung bis zu 19 % der Heizenergie einsparen.

Wird die Fassade großflächig erneuert, können außerdem gesetzliche Mindestanforderungen an den Wärmeschutz greifen. Diese sind seit Juli 2026 im Gebäudemodernisierungsgesetz geregelt, dem Nachfolger des Gebäudeenergiegesetzes. Ihr Fachbetrieb oder ein Energieberater klärt, was für Ihr Haus gilt.

Förderung für die Fassadendämmung

  • BAFA-Zuschuss (Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle): 15 % der förderfähigen Kosten. Förderfähig sind höchstens 30.000 € je Wohneinheit, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) bis zu 60.000 €. Den zusätzlichen iSFP-Bonus von 5 % gibt es seit Juli 2026 nur noch bei größeren Vorhaben. Ein Energieeffizienz-Experte muss eingebunden werden.
  • Steuerbonus nach § 35c EStG: Alternativ können Sie bei selbstgenutztem Wohneigentum einen Teil der Kosten über drei Jahre von der Steuer absetzen.

Stellen Sie den Antrag unbedingt vor der Auftragsvergabe und prüfen Sie die aktuellen Bedingungen.

Typische Fehler vermeiden

  • Wärmebrücken: Fensterlaibungen, Rollladenkästen, Sockel und Balkonplatten müssen mitgedacht werden, sonst entstehen kalte Stellen.
  • Fenster und Fassade getrennt planen: Stehen neue Fenster an, sollten sie vor oder zusammen mit der Dämmung eingebaut werden.
  • Brandschutz: Je nach Dämmstoff und Gebäudehöhe sind Brandriegel oder nicht brennbare Dämmstoffe vorgeschrieben.
  • Dachüberstand: Durch die Dämmung wird die Wand dicker. Der Dachüberstand muss ausreichen oder verlängert werden.

Worauf Sie im Angebot achten sollten

Ein gutes Angebot nennt Dämmstoff, Dämmstärke und Hersteller des Systems, die Fläche in Quadratmetern, das Gerüst, die Ausführung von Laibungen, Fensterbänken und Sockel sowie den Oberputz und Anstrich. Fragen Sie nach, ob der Betrieb das System nach Herstellervorgaben als Ganzes verarbeitet.

Häufige Fragen

Was kostet eine Fassadendämmung pro Quadratmeter?

Ein Wärmedämmverbundsystem kostet meist 150 bis 220 € pro m², eine vorgehängte hinterlüftete Fassade 180 bis 300 € pro m². Eine Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk ist mit 25 bis 60 € pro m² deutlich günstiger.

Gibt es Förderung für die Fassadendämmung?

Ja. Das BAFA bezuschusst die Dämmung der Gebäudehülle mit 15 % der förderfähigen Kosten, wenn ein Energieeffizienz-Experte eingebunden ist und der Antrag vor Beginn gestellt wird. Alternativ gibt es den Steuerbonus nach § 35c EStG.

Muss ich dämmen, wenn ich nur neu verputze?

Das kann der Fall sein, wenn ein größerer Teil der Fassade erneuert wird. Die Anforderungen stehen seit Juli 2026 im Gebäudemodernisierungsgesetz. Lassen Sie vor dem Auftrag vom Fachbetrieb oder Energieberater prüfen, was für Ihr Haus gilt.

Wie lange dauert eine Fassadendämmung?

Bei einem Einfamilienhaus dauern Gerüstbau, Dämmung und Putz meist drei bis sechs Wochen, abhängig von Wetter und Trocknungszeiten. Eine Einblasdämmung ist oft in ein bis zwei Tagen erledigt.

Quellen und Hinweise

* Preisangaben: unverbindliche Richtwerte (Stand Oktober 2026), eigene Zusammenstellung auf Grundlage allgemein zugänglicher Preisangaben. Keine Gewähr – die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von Region, Zustand, Material und Aufwand ab und können deutlich abweichen. Verbindlich ist nur das Angebot eines Betriebs.

Rechtliche, steuerliche und Förder-Angaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Aktualisierung wieder und ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Energieberatung. Förderprogramme und Regeln können sich ändern – bitte prüfen Sie die aktuellen Bedingungen bei der jeweiligen Stelle. Stand: Oktober 2026.